Reisevorbereitung: Welche Impfungen & Prophylaxen gibt es gegen Malaria

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Viele Reisende planen exotische Ziele, denken dabei aber oft zu spät an ihren gesundheitlichen Schutz. Malaria bleibt in vielen tropischen und subtropischen Regionen ein ernstes Risiko, das sich mit gezielten Maßnahmen jedoch deutlich verringern lässt. Eine Impfung gegen Malaria steht derzeit nicht allgemein zur Verfügung, aber moderne medikamentöse Prophylaxen und konsequente Schutzstrategien können effektiv vorbeugen.

Wer sich frühzeitig mit medizinischer Reisevorbereitung befasst, hat die besten Chancen, gut geschützt zu bleiben. Dazu gehört, den eigenen Impfstatus zu prüfen, mögliche Standardimpflücken zu schließen und sich zur passenden Malariaprophylaxe beraten zu lassen. Ärztinnen und Ärzte mit reise- oder tropenmedizinischer Erfahrung unterstützen dabei, die individuelle Situation richtig einzuschätzen.

Das Thema geht über Medikamente hinaus. Neben chemischem Schutz spielen Insektenschutz, Kleidung und Verhalten vor Ort eine zentrale Rolle. Wer die wichtigsten Maßnahmen kennt, reist sicherer und kann den Aufenthalt entspannt genießen.

Überblick: Malaria und ihre Verbreitung

Malaria zählt zu den wichtigsten Infektionskrankheiten der Tropen und betrifft Millionen Menschen weltweit. Sie entsteht durch Parasiten, die über den Stich bestimmter Stechmücken übertragen werden, und tritt besonders in warmen, feuchten Regionen auf, in denen diese Mücken ideale Lebensbedingungen finden.

Definition und Erreger der Malaria

Malaria ist eine parasitär bedingte Infektionskrankheit, die durch verschiedene Arten des einzelligen Erregers Plasmodium verursacht wird. Für den Menschen sind vor allem fünf Arten relevant: P. falciparumP. vivaxP. ovaleP. malariae und P. knowlesi. Unter ihnen führt P. falciparum am häufigsten zu schweren oder tödlichen Verläufen.

Die Erreger befallen die roten Blutkörperchen und lösen wiederkehrende Fieberschübe aus. Etwa 10 bis 15 Tage nach der Infektion zeigen sich meist Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Ohne Behandlung kann es, insbesondere bei P. falciparum, zu Koma, Organversagen oder Tod kommen.

Eine korrekt durchgeführte Malariaprophylaxe reduziert das Risiko, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung bei verdächtigen Symptomen. Laut deutschen Gesundheitsbehörden treten 90 % aller importierten Fälle innerhalb eines Monats nach Rückkehr aus Risikogebieten auf.

Risiko- und Endemiegebiete

Malaria kommt in mehr als 100 Ländern weltweit vor. Besonders betroffen sind Gebiete in Afrika südlich der Sahara, Süd- und Südostasien, Mittel- und Südamerika sowie Teile Ozeaniens. In diesen Regionen treten sowohl ganzjährige als auch saisonale Übertragungen auf, abhängig von Klima und Mückenpopulation.

Die folgende Übersicht zeigt die ungefähre Risiko-Verteilung:

Region Risikoniveau Hauptart des Erregers
Subsahara-Afrika Sehr hoch P. falciparum
Südostasien Mittel bis hoch P. falciparumP. vivax
Mittel- und Südamerika Niedrig bis mittel P. vivax
Südpazifik Niedrig P. vivax

Reisende sollten sich vorab beim Tropeninstitut oder Arzt über regionale Prophylaxe-Empfehlungen informieren, da sich Risiken durch Umwelteinflüsse und Bekämpfungsmaßnahmen laufend verändern.

Übertragungswege der Malaria

Die Übertragung erfolgt fast ausschließlich durch den Stich der Anopheles-Mücke, die in der Dämmerung und nachts aktiv ist. Nur die weiblichen Tiere übertragen die Parasiten, indem sie beim Blutsaugen Plasmodium-Sporozoiten in den menschlichen Blutkreislauf injizieren.

Sehr selten sind Infektionen durch Bluttransfusionengemeinsam genutzte Nadeln oder eine Übertragung von der Mutter auf das Kind während der Geburt. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Die Mücken vermehren sich in stehenden Gewässern und benötigen Temperaturen über 20 °C. Daher ist das Krankheitsrisiko in höheren Lagen oder in Trockengebieten deutlich geringer. Ziel aller Vorbeugungsmaßnahmen ist es, die Zahl der Mückenstiche so weit wie möglich zu verringern.

Impfungen gegen Malaria

Malaria lässt sich bislang nicht vollständig durch eine einzelne Impfung verhindern, doch neue Impfstoffe bieten zunehmenden Schutz in stark betroffenen Regionen. Die Wirksamkeit hängt von der jeweiligen Impfstoffart, der Zielgruppe und der rechtzeitigen Verfügbarkeit vor der Reise ab.

Aktuelle Impfstoffe und deren Wirksamkeit

Seit 2021 sind mehrere Impfstoffe gegen Malaria zugelassen oder in der breiten Einführung. RTS,S/AS01 (Mosquirix) war der erste zugelassene Impfstoff und richtet sich gegen Plasmodium falciparum, den gefährlichsten Erreger. Studien zeigen eine Wirksamkeit von etwa 30–50 % bei Kindern in Hochrisikogebieten.

Ein weiterer Impfstoff, R21/Matrix-M, erhielt 2023 eine Zulassung durch die WHO. Er erzielte in klinischen Studien teilweise über 70 % Schutzwirkung innerhalb der ersten Monate nach der Impfung. Die Dauer des Schutzes nimmt jedoch nach etwa einem Jahr ab, weshalb Auffrischungsimpfungen empfohlen werden.

Beide Impfstoffe verhindern keine Infektion vollständig, reduzieren aber das Risiko schwerer Krankheitsverläufe und Todesfälle deutlich. Für Erwachsene auf Reisen spielen sie derzeit eine untergeordnete Rolle, da sie primär in afrikanischen Ländern mit hoher Krankheitslast eingesetzt werden.

Zielgruppen für eine Malaria-Impfung

Kinder unter fünf Jahren in afrikanischen Endemiegebieten gelten als Hauptzielgruppe. In dieser Bevölkerungsgruppe verursacht Malaria die höchste Sterblichkeit. Nationale Impfprogramme konzentrieren sich daher auf Regionen, in denen das Risiko ganzjährig besteht.

Für Reisende aus nicht-endemischen Ländern gibt es bislang keine allgemeine Impfempfehlung. Ärztinnen und Ärzte raten weiterhin zu medikamentöser Prophylaxe und Mückenschutz, da die Impfstoffe in Reiseländern oft nicht zugänglich sind. Personen, die längere Aufenthalte in Hochrisikogebieten planen, können sich in tropenmedizinischen Zentren über experimentelle Studien oder Sonderprogramme informieren.

Besondere Beachtung finden auch Schwangere und immungeschwächte Personen, da sie ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe tragen. Für sie steht aktuell jedoch keine spezifische Malaria-Impfung zur Verfügung.

Verfügbarkeit und Ablauf der Impfung

Die Malaria-Impfung wird 2025 überwiegend in afrikanischen Pilotländern wie Ghana, Kenia und Malawi eingesetzt. Weitere Länder planen schrittweise Einführungen über Impfprogramme der WHO und UNICEF. Für Reisende aus Europa ist die Impfung derzeit nicht kommerziell erhältlich.

Der Impfplan umfasst in der Regel vier Dosen über mehrere Monate. Die ersten drei Dosen werden im Abstand von etwa vier Wochen gegeben, die vierte nach ungefähr 18 Monaten. Diese Struktur soll den Impfschutz verlängern, da die Wirkung im Laufe der Zeit nachlässt.

Ärztliche Beratung empfiehlt sich spätestens vier bis sechs Wochen vor Abreise, um Alternativen wie Chemoprophylaxe oder Notfallmedikation zu planen. Einreisevorschriften prüfen bleibt wichtig, da in manchen Ländern Impfpflichten – etwa gegen Gelbfieber – parallel gelten können.

Medikamentöse Prophylaxe

Da es bislang keine allgemein verfügbare Impfung gegen Malaria gibt, basiert der Schutz hauptsächlich auf vorbeugender Medikamenteneinnahme. Diese Medikamente hemmen die Vermehrung von Malaria-Erregern im Blut und werden gezielt nach Reisegebiet, Aufenthaltsdauer und individueller Gesundheit ausgewählt.

Empfohlene Prophylaxe-Medikamente

Reisende erhalten häufig Atovaquon/Proguanil (Malarone)Doxycyclin oder Mefloquin (Lariam) zur Prophylaxe. Die Wahl hängt von der regionalen Erregerresistenz, den Nebenwirkungen und persönlichen Faktoren wie Alter oder Vorerkrankungen ab.

In Gebieten mit bekannter Resistenz gegen Chloroquin wird dieser Wirkstoff kaum noch eingesetzt. Atovaquon/Proguanil gilt als gut verträglich und kann kurzfristig vor Reiseantritt begonnen werden. Doxycyclin eignet sich für längere Aufenthalte, erfordert aber konsequente tägliche Einnahme. Mefloquin wird seltener verschrieben, da es neuropsychiatrische Nebenwirkungen auslösen kann.

Medikament Einnahmebeginn vor Reise Dauer nach Rückkehr Besondere Hinweise
Atovaquon/Proguanil 1–2 Tage 7 Tage Gute Verträglichkeit, teuer
Doxycyclin 1–2 Tage 4 Wochen Lichtempfindlichkeit möglich
Mefloquin 2–3 Wochen 4 Wochen Nicht bei psychiatrischen Störungen

Eine ärztliche Beratung hilft bei der Auswahl des passenden Präparats und berücksichtigt individuelle Risiken.

Anwendung, Dosierung und Nebenwirkungen

Die Tabletten werden täglich oder wöchentlich eingenommen, abhängig vom verwendeten Präparat. Die prophylaktische Einnahme beginnt vor der Einreise in das Risikogebiet und wird nach der Rückkehr fortgesetzt, um Spätinfektionen zu verhindern.

Reisende sollten die Einnahme möglichst zur gleichen Tageszeit und mit einer Mahlzeit durchführen, um Magenbeschwerden zu vermeiden. Übelkeit, Kopfschmerzen oder Hautreaktionen gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen, bleiben jedoch meist mild.

Wer unter stärkeren Beschwerden leidet, sollte die Medikation nicht eigenständig absetzen, sondern ärztlichen Rat einholen. Wichtig ist, dass Frauen die mögliche Wechselwirkung mit hormonellen Verhütungsmitteln beachten. Alkohol und Sonnenexposition können einige Nebenwirkungen verstärken.

Resistenzen und regionale Unterschiede

Die Wirksamkeit einzelner Medikamente variiert je nach Region. Besonders in Teilen Afrikas und Südostasiens bestehen hohe Resistenzen gegen Chloroquin. In diesen Gebieten empfehlen Fachgesellschaften meist Atovaquon/Proguanil oder Doxycyclin.

Medizinische Institute wie das Robert Koch-Institut (RKI) und die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin veröffentlichen regelmäßig aktuelle Karten und Empfehlungen. Reisende sollten sich vor jeder Reise über den Resistenzstatus informieren.

In Gebieten mit wechselnder Resistenzlage kann ein Arzt eine Kombination aus Expositionsschutz (z. B. Moskitonetze, Repellents) und medikamentöser Prophylaxe anraten. Dadurch lässt sich das Infektionsrisiko deutlich senken, ohne unnötige Nebenwirkungen durch Fehlmedikation zu riskieren.

Nicht-medikamentöse Schutzmaßnahmen

Ein wirksamer Schutz vor Malaria beginnt mit einfachen, konsequenten Verhaltensweisen. Entscheidend ist, Stiche durch Anopheles-Mücken zu vermeiden und die Exposition vor allem in der Dämmerung und Nacht deutlich zu reduzieren. Kombinationen aus physischem Schutz, Insektenschutz und angepasster Kleidung senken das Infektionsrisiko erheblich.

Vermeidung von Mückenstichen

Die Anopheles-Mücke sticht überwiegend zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Wer in dieser Zeit im Freien ist, sollte Aufenthalte im Freien auf das Nötigste begrenzen und sich in geschützte, klimatisierte Räume zurückziehen.

Ventilatoren und Klimaanlagen wirken indirekt, da Mücken kühle Luft und starke Luftbewegung meiden. Fenster und Türen sollten mit engmaschigen Fliegengittern ausgestattet sein. Zusätzlich hilft es, in der Dämmerung helle Lichtquellen im Freien zu vermeiden, da sie Mücken anziehen.

Eine regelmäßige Kontrolle von Schlafräumen auf Spalten oder ungeschützte Öffnungen verhindert, dass Mücken eindringen. In Regionen mit hohem Risiko lohnt sich die Installation zusätzlicher Barrieren, etwa elektrische Insektenfallen.

Verwendung von Insektenschutzmitteln

Chemische Repellents bieten wirksamen Schutz, wenn sie korrekt aufgetragen werden. Zu den wirksamsten Wirkstoffen zählen DEET (30–50 %), Icaridin (20–30 %) und PMD (Citriodiol, aus Eukalyptusöl). Diese Mittel sollten gleichmäßig auf alle unbedeckten Hautflächen aufgetragen werden.

Einige Produkte sind für Kinder und Schwangere in geringerer Konzentration geeignet. Bei hohen Temperaturen oder starkem Schwitzen ist ein erneutes Auftragen nach wenigen Stunden sinnvoll. Repellents lassen sich mit Sonnencreme kombinieren, wobei zuerst der Sonnenschutz und anschließend der Insektenschutz aufgetragen wird.

Die folgende Übersicht zeigt empfohlene Wirkstoffe und deren typische Anwendungsdauer:

Wirkstoff Konzentration Schutzdauer
DEET 30 – 50 % ca. 6–8 Stunden
Icaridin 20 – 30 % ca. 4–6 Stunden
PMD (Citriodiol) 20 – 25 % ca. 2–4 Stunden

Moskitonetze und Schutzkleidung

Moskitonetze mit Insektizid-Beschichtung (z. B. Permethrin) gelten als eine der wirksamsten Schutzmaßnahmen im Schlafbereich. Sie verhindern direkten Kontakt zu Mücken und töten Insekten, die ans Netz gelangen. Netze sollten eng gewebt, gut befestigt und ohne Löcher sein.

Beim Aufenthalt im Freien bietet angepasste Kleidung zusätzlichen Schutz. Helle, langärmelige Hemden und lange Hosen verringern die Angriffsfläche. Stoffe aus dichter Baumwolle oder synthetischem Material sind besser als dünne, leichte Gewebe.

Viele Tropenärzte empfehlen, Kleidung vorbeugend mit Permethrin zu imprägnieren. Diese Behandlung behält ihre Wirkung über mehrere Wäschen hinweg. Schuhe sollten möglichst geschlossen getragen werden, da die Mücken bevorzugt an Knöcheln und Unterschenkeln stechen.

Praktische Reisetipps zur Malariavorbeugung

Eine gute Vorbereitung beginnt mit verlässlichen Informationen über das Reiseland und einem strukturierten Gesundheitsplan. Entscheidend sind die Wahl geeigneter Schutzmaßnahmen, angepasstes Verhalten und das frühzeitige Handeln bei Symptomen nach der Rückkehr.

Planung vor Reiseantritt

Vor jeder Reise in ein Malaria-Risikogebiet sollte geprüft werden, welches Risiko am Zielort besteht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und nationale Tropeninstitute veröffentlichen regelmäßig aktuelle Karten zur Verbreitung der Krankheit. Diese helfen, das individuelle Risiko realistischer einzuschätzen.

Eine ärztliche Beratung wird empfohlen, um über Chemoprophylaxe-Medikamente wie Atovaquon/ProguanilDoxycyclin oder Mefloquin zu sprechen. Die Wahl hängt von Reisedauer, Alter, Vorerkrankungen und Nebenwirkungsprofil ab. Medikamente müssen oft vor Abreise begonnen und nach der Rückkehr fortgeführt werden.

Zusätzlich sollten Reisende Insektenschutzmittel mit DEET oder Icaridin sowie lange, helle Kleidung einplanen. Das Mitführen eines Moskitonetzes mit Insektizid-Imprägnierung zählt zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen. Eine kurze Checkliste kann helfen:

Vorbereitungsschritte Zeitpunkt
Ärztliche Beratung & Impfberatung 4–6 Wochen vor Abreise
Prophylaxe-Medikation besorgen rechtzeitig vor Abflug
Reiseapotheke zusammenstellen 1–2 Wochen vorher

Verhalten vor Ort

Während des Aufenthalts steht der Schutz vor Mückenstichen im Mittelpunkt. Menschen infizieren sich vor allem in der Dämmerung und Nacht, wenn Anopheles-Mücken aktiv sind.

Reisende sollten lange KleidungMoskitonetze über dem Bett und Repellents konsequent nutzen. Innenräume können mit Insektenverdampfern oder Klimaanlagen mückenfrei gehalten werden.

Reisen in der Regenzeit erhöhen das Risiko, da sich Mücken schneller vermehren. Aufenthalte im Freien sollten in dieser Zeit reduziert werden. Körperliche Fitness oder Vitaminpräparate ersetzen keine Schutzmaßnahmen – entscheidend ist der konsequente physische Schutz.

Von der Einnahme lokaler, unkontrollierter Medikamente wird abgeraten. Nur von Ärztinnen oder Apothekern empfohlene Präparate sind zuverlässig und sicher.

Maßnahmen nach der Rückkehr

Nach der Rückreise bleibt Wachsamkeit wichtig. Malaria kann Wochen oder Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen, auch wenn eine Chemoprophylaxe korrekt eingenommen wurde.

Wer Fieber, Schüttelfrost oder grippeähnliche Symptome entwickelt, sollte unverzüglich ärztliche Hilfe suchen und auf den Aufenthalt in einem Risikogebiet hinweisen. Ein einfacher Hinweis kann die Diagnose beschleunigen.

Schnelltests und Blutuntersuchungen ermöglichen eine rasche Bestätigung der Infektion. Eine frühzeitige Diagnose senkt die Komplikationsrate deutlich. Bei negativem Testergebnis sollte die Beobachtung fortgesetzt werden, wenn Beschwerden bestehen bleiben.

Ärzte empfehlen, prophylaktische Medikamente nach Rückkehr wie verordnet weiterzunehmen. Dies verhindert, dass sich noch im Körper befindliche Erreger vermehren und eine Erkrankung auslösen.

Wichtige Hinweise für spezielle Personengruppen

Reisende mit besonderen gesundheitlichen Voraussetzungen benötigen oft angepasste Impf- und Prophylaxestrategien. Faktoren wie Schwangerschaft, Alter oder chronische Erkrankungen beeinflussen die Wahl und den Zeitpunkt der Schutzmaßnahmen erheblich.

Schwangere und Kinder

Für Schwangere gilt besondere Vorsicht bei allen Reiseimpfungen und Malariaprophylaxen. Da einige Impfstoffe auf Lebendviren basieren, wie etwa die gegen Gelbfieber, sind sie in der Schwangerschaft meist kontraindiziert. Wenn eine Reise in ein Endemiegebiet unvermeidbar ist, erfolgt die Impfung oder Prophylaxe nur nach sorgfältiger Risikobewertung durch einen Arzt.

Auch die Auswahl geeigneter Medikamente zur Malariaprophylaxe ist eingeschränkt. Wirkstoffe wie Mefloquin können unter ärztlicher Aufsicht im zweiten und dritten Trimester eingesetzt werden, während andere Substanzen kontraindiziert sind. Der mechanische Schutz – etwa durch Moskitonetzelange Kleidung und Repellents – gewinnt dadurch an Bedeutung.

Für Kinder sind Dosierung und Impfplan an Alter und Körpergewicht anzupassen. Grundimmunisierungen sollten vor der Reise vollständig sein. Hepatitis ATyphus und gegebenenfalls Tollwut-Impfungen können je nach Zielgebiet relevant sein. Besonders wichtig bleibt konsequenter Mückenschutz, da viele Präparate für Säuglinge und Kleinkinder nicht zugelassen sind.

Chronisch Kranke und ältere Reisende

Personen mit chronischen Erkrankungen benötigen oft eine individuelle Impfberatung. Erkrankungen des Immunsystems oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes können den Impferfolg beeinflussen und verlangen regelmäßige Auffrischungen der Standardimpfungen. Eine sorgfältige Abklärung der Medikation ist erforderlich, da bestimmte Medikamente, etwa Immunsuppressiva, Impfreaktionen verändern können.

Ältere Reisende besitzen häufig eine geringere Immunantwort und ein höheres Risiko für Komplikationen. Impfungen gegen InfluenzaPneumokokken und COVID-19 sollten aktuell sein. Bei Reisen in Malariagebiete kann eine Chemoprophylaxe sinnvoll sein, wobei mögliche Wechselwirkungen mit bestehenden Medikamenten zu prüfen sind.

Vor jeder Fernreise sollten Arzt oder Tropeninstitut eine Gesundheitsbewertung durchführen, um Risiken individuell abzustimmen. Eine schriftliche Dokumentation der Impfungen und Dauermedikamente erleichtert im Notfall die medizinische Versorgung im Ausland.

Zusätzliche Risiken und besondere Situationen

Reisende müssen bei Aufenthalten in Malariagebieten ihre Schutzmaßnahmen an Reisedauer, Zweck und individuelle Gesundheit anpassen. Entscheidend sind Expositionsrisiko, Verfügbarkeit medizinischer Versorgung und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Impfungen oder Medikamenten.

Kurzfristige Reisen in Endemiegebiete

Bei kurzen Aufenthalten besteht häufig ein ebenso hohes Infektionsrisiko wie bei längeren Reisen, da bereits wenige Stiche infizierter Mücken zu einer Erkrankung führen können. Reisende sollten sich spätestens zwei Wochen vor Abreise ärztlich beraten lassen, um Zeit für Impfungen und eine geeignete Chemoprophylaxe zu haben.

Empfohlene Maßnahmen:

  • Medikamentöse Prophylaxe: Präparate wie Atovaquon/Proguanil oder Doxycyclin sind häufig geeignet.
  • Mückenschutz: Insektenschutzmittel mit DEET oder Icaridin, lange Kleidung und imprägnierte Moskitonetze sind unverzichtbar.
  • Schnellzugang zu medizinischer Versorgung: Eine Notfallmedikation kann sinnvoll sein, wenn keine Versorgung in der Nähe verfügbar ist.

Besonderes Augenmerk gilt Personen mit chronischen Erkrankungen, Schwangeren und Kindern. Diese Gruppen sollten Reiserouten in Hochrisikogebiete nach Möglichkeit vermeiden oder engmaschig medizinisch begleitet werden.

Langzeitaufenthalte und berufliche Reisen

Wer sich über Monate in einem Endemiegebiet aufhält – etwa Entwicklungshelfer, Militärpersonal oder Expats – benötigt eine individuell angepasste Präventionsstrategie. Neben einer kontinuierlichen Chemoprophylaxe kann auch die regelmäßige Kontrolle von Nebenwirkungen wichtig sein. Bei längeren Aufenthalten in Gebieten mit resistenten Erregern sollte die Wirksamkeit der eingesetzten Medikamente ärztlich überprüft werden.

Langzeitreisende sollten:

  1. Gesundheitsvorsorge fortlaufend dokumentieren (Impfstatus, Medikamentenpläne).
  2. Schulungen zu Mückenschutz und Früherkennung von Symptomen erhalten.
  3. Kontaktadressen medizinischer Einrichtungen vor Ort bereithalten.

Für berufliche Einsätze gelten ggf. zusätzliche Arbeitsschutzvorgaben. Arbeitgeber sollten angepasste Schutzpläne finanzieren und regelmäßige ärztliche Kontrollen ermöglichen.