Neue COVID-Impfstoffe: mRNA, Proteinbasierte & Kombi-Impfstoffe

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Neue COVID-19-Impfstoffe stehen im Fokus aktueller Entwicklungen. Nach mehreren Jahren intensiver Forschung erweitern mRNA-, proteinbasierte und Kombi-Impfstoffe das verfügbare Spektrum an Schutzmöglichkeiten. Sie bieten eine gezielte Antwort auf neue Virusvarianten und stärken den Immunschutz, besonders bei Personen mit erhöhtem Risiko.

mRNA-Impfstoffe wie ARCT-154 oder Zapomeran (Kostaive®) zeigen, wie anpassungsfähig moderne Technologie geworden ist. Proteinbasierte Impfstoffe ergänzen diese Auswahl, indem sie bewährte Verfahren mit neuer Präzision kombinieren. Kombinierte Vakzinen, die gleichzeitig gegen COVID-19 und Influenza schützen, könnten künftige Impfkampagnen deutlich vereinfachen.

Die aktuelle Studienlage und Zulassungen durch europäische Behörden verdeutlichen, dass Forschung und Regulierung eng zusammenarbeiten, um Sicherheit und Wirksamkeit zu gewährleisten. Wer sich heute informiert, kann fundiert entscheiden, welcher Impfstoff am besten zum individuellen Schutzprofil passt.

Überblick über Neue COVID-Impfstoffe

Neue COVID-19-Impfstoffe kombinieren weiterentwickelte Plattformen und Variantenanpassungen, um einen besseren Schutz gegen zunehmend unterschiedliche Virusvarianten zu erreichen. mRNA-, Protein- und Kombinationsimpfstoffe spielen dabei die zentrale Rolle in nationalen und internationalen Impfstrategien.

Definition und Bedeutung neuer Impfstofftechnologien

Neue Impfstofftechnologien zielen darauf ab, Immunität effizienter und zielgerichteter zu erzeugen. mRNA-Impfstoffe wie Comirnaty und Spikevax nutzen genetische Informationen, um Zellen zur Produktion eines Virusproteins anzuregen, das eine Immunantwort auslöst. Diese Technologie ermöglicht eine schnelle Anpassung an neue Virusvarianten, die von der WHO oder der EMA identifiziert werden.

Proteinbasierte Impfstoffe, darunter neue Präparate wie Nuvaxovid oder ARCT-154, liefern hingegen vorgefertigte Virusproteine oder Proteinfragmente. Sie enthalten häufig Adjuvantien, um die Antikörperbildung zu verstärken. Diese Plattform adressiert Personen, die auf mRNA-Impfstoffe empfindlich reagieren oder bei denen diese weniger wirksam sind.

Kombinierte Ansätze, etwa Kombi-Impfstoffe gegen mehrere Varianten, befinden sich in klinischer Prüfung. Sie verfolgen das Ziel, Kreuzimmunität gegen verschiedene SARS-CoV-2-Stämme zu fördern und den Impfschutz langfristig stabil zu halten.

Vergleich zu bisherigen COVID-Impfstoffen

Frühere COVID-19-Impfstoffe basierten hauptsächlich auf mRNA– oder Vektorplattformen. Während mRNA-Impfstoffe eine hohe Wirksamkeit, aber eingeschränkte Lagerstabilität zeigten, boten Vektorimpfstoffe wie Vaxzevria logistische Vorteile, allerdings mit geringerer Flexibilität bei Variantenanpassungen.

Neue Impfstoffe unterscheiden sich durch präzisere Variantenanpassungen (z. B. LP.8.1-Variante laut EMA) und verbesserte Verträglichkeit. Protein- und Kombiprodukte können gezielter auf Populationen mit geschwächter Immunantwort abgestimmt werden.

In Tabellenform lassen sich zentrale Unterschiede verdeutlichen:

Impfstofftyp Plattform Anpassungsfähigkeit Besonderheit
mRNA Genetisch Sehr hoch Schnelle Aktualisierung
Proteinbasiert Antigen Mittel Gute Verträglichkeit
Kombinations- Hybrid Hoch Schutz gegen mehrere Varianten

Diese Differenzierung zeigt, wie vielfältig moderne COVID-19-Impfansätze geworden sind und wie gezielt sie auf unterschiedliche Bedürfnisse reagieren.

mRNA-Impfstoffe: Innovation und Wirkung

mRNA-Impfstoffe repräsentieren eine präzise und flexibel anpassbare Impfstofftechnologie, die während der COVID-19-Pandemie ihren kommerziellen und klinischen Durchbruch hatte. Sie basieren auf der gezielten Bereitstellung genetischer Informationen, um eine Immunreaktion des Körpers ohne den Einsatz lebender Viren auszulösen.

Funktionsweise von mRNA-Impfstoffen

mRNA-Impfstoffe enthalten messenger-RNA, die den Bauplan für ein spezifisches Virusprotein liefert, meist das Spike-Protein von SARS-CoV‑2. Nach der Injektion nehmen Zellen diese mRNA auf und produzieren das Protein selbst. Das Immunsystem erkennt das fremde Protein anschließend als Antigen und bildet Antikörper sowie T‑Zell‑Antworten.

Die mRNA ist in Lipid-Nanopartikel (LNPs) verpackt. Diese schützen sie vor Abbau und erleichtern das Eindringen in Zellen. Der Impfstoff selbst enthält keine aktiven Viruspartikel und kann sich nicht im Körper vermehren.

Studien deuten darauf hin, dass mRNA-Impfstoffe nicht nur das adaptive, sondern auch das angeborene Immunsystem beeinflussen können. Diese Reaktion kann die Stärke und Dauer des Schutzes beeinflussen, bleibt aber Gegenstand laufender Forschung.

Vorteile und Herausforderungen

Ein Hauptvorteil liegt in der schnellen Anpassbarkeit an neue Virusvarianten. Sobald die genetische Sequenz eines Erregers bekannt ist, können neue mRNA-Impfstoffe in wenigen Wochen entworfen werden. Ihre Produktion erfolgt ohne aufwendige Zellkulturen, was die Herstellung effizient und skalierbar macht.

mRNA-Impfstoffe erzeugen häufig eine starke immunologische Antwort und ermöglichen gezielte Booster-Impfungen. Ihre Plattform eignet sich auch für andere Infektionskrankheiten oder potenziell für Krebsimmuntherapien.

Zu den Herausforderungen zählen hohe Lagerungsanforderungen, insbesondere ultratiefe Temperaturen für frühe Präparate wie von BioNTech/Pfizer. Zudem können kurzzeitige Nebenwirkungen wie Fieber oder Muskelschmerzen auftreten. Langzeitdaten werden weiter gesammelt, um die Wirkungsdauer und Immunmodulation besser zu verstehen.

Bekannte COVID-mRNA-Impfstoffe

Die ersten zugelassenen mRNA-Impfstoffe gegen COVID‑19 waren BNT162b2 (Comirnaty) von BioNTech/Pfizer und mRNA‑1273 (Spikevax) von Moderna, beide im Jahr 2020 eingeführt. Sie erzielten eine hohe Wirksamkeit gegen frühere Virusvarianten und wurden mehrfach an neue Varianten wie Omikron JN.1, KP.2 und KP.3 angepasst.

Weitere Unternehmen wie CureVac und Arcturus Therapeutics (mit dem Impfstoff ARCT‑154) arbeiten an verbesserten Formulierungen mit stabilerer mRNA-Struktur und geringeren Kühlanforderungen. Neue Generationen kombinieren mRNA-Elemente mit zusätzlichen immunstimulierenden Sequenzen.

Impfstoff Hersteller Erstzulassung Besonderheit
Comirnaty BioNTech/Pfizer 2020 Erste globale Zulassung; hohe Wirksamkeit
Spikevax Moderna 2020 Starke Immunantwort; angepasste Varianten verfügbar
ARCT‑154 Arcturus Therapeutics 2024 Selbstamplifizierende mRNA; geringere Dosierung erforderlich

Proteinbasierte COVID-Impfstoffe

Proteinbasierte Impfstoffe nutzen gereinigte Virusproteine, um eine gezielte Immunantwort hervorzurufen. Sie bieten eine bewährte Technologie, die auf Erfahrungen mit Impfstoffen gegen Hepatitis B oder HPV aufbaut, und gelten als stabile Option für Menschen, die eine Alternative zu mRNA-Impfstoffen bevorzugen.

Prinzip und Herstellungsverfahren

Bei proteinbasierten COVID‑19‑Impfstoffen wird nicht das gesamte Virus verwendet, sondern nur ein ausgewähltes Protein, meist das Spike-Protein von SARS‑CoV‑2. Dieses wird gentechnisch in Zellkulturen produziert, gereinigt und anschließend mit einem Adjuvans kombiniert, das die Immunreaktion verstärkt.

Das Verfahren nutzt häufig rekombinante Proteinproduktion in Wirtszellen wie Insekten- oder Säugerzellen. Nach der Gewinnung folgt ein mehrstufiger Reinigungsprozess, um Verunreinigungen zu entfernen. Das Endprodukt enthält ausschließlich die Antigenkomponente, die das Immunsystem erkennt.

Diese Methode ist technisch ausgereift und ermöglicht eine präzise Kontrolle der Antigenstruktur. Ein Vorteil liegt in der hohen Stabilität bei Lagerung, da proteinbasierte Impfstoffe meist bei Kühlschranktemperatur haltbar sind. Dadurch eignen sie sich besonders für den breiten Einsatz in verschiedenen Gesundheitssystemen.

Wichtige proteinbasierte COVID-Impfstoffe

In Deutschland und der EU sind mehrere proteinbasierte Impfstoffe zugelassen. Der bekannteste ist Nuvaxovid (JN.1) des US‑Unternehmens Novavax. Seit Ende 2022 empfiehlt die STIKO den Einsatz als Auffrischungsimpfung, auch nach vorangegangenen mRNA‑ oder Vektorimpfungen.

Nuvaxovid enthält rekombinantes Spike‑Protein und das Adjuvans Matrix‑M, das die Aktivierung von T‑Zellen fördert. Ab November 2025 soll die neue Einzeldosis‑Version verfügbar sein. Weitere Kandidaten wie VidPrevtyn Beta von Sanofi/GSK basieren auf ähnlichen Prinzipien und sind in der EU ebenfalls zugelassen.

Ein Überblick aktueller Beispiele:

Impfstoff Hersteller Technologie Zulassung (EU) Adjuvans
Nuvaxovid JN.1 Novavax rekombinantes Spike‑Protein 2022 (Erstzulassung) – 2025 (varian­tenangepasst) Matrix‑M
VidPrevtyn Beta Sanofi/GSK rekombinantes Beta‑Spike‑Protein 2022 AS03

Immunantwort und Wirksamkeit

Proteinbasierte Impfstoffe regen sowohl die humorale (Antikörper) als auch die zelluläre Immunantwort an. Durch das Adjuvans wird die Bildung neutralisierender Antikörper verstärkt, die das Eindringen des Virus in Zellen verhindern.

Klinische Daten zeigen, dass die Wirksamkeit gegen symptomatische Infektionen bei ursprünglichen Virusvarianten hoch war. Angepasste Versionen, beispielsweise an die JN.1‑Variante, zielen auf eine verbesserte Abdeckung neuer Viruslinien. Die STIKO empfiehlt solche Varianten‑angepassten Dosen als jährliche Auffrischung für Personen mit erhöhtem Risiko.

Reaktogenität und Nebenwirkungen sind meist mild und betreffen häufig lokale Reaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle oder kurzzeitige Müdigkeit. Aufgrund ihrer stabilen Formulierung und der bekannten Technologie gelten proteinbasierte Impfstoffe als solide Ergänzung zu mRNA‑basierten Präparaten.

Kombi-Impfstoffe gegen COVID-19

Kombinationsimpfstoffe, die gleichzeitig Schutz vor COVID-19 und Influenza bieten, gewinnen an Bedeutung. Sie sollen Impfprogramme vereinfachen, die Impfbereitschaft erhöhen und besonders Risikogruppen besser schützen, ohne die Wirksamkeit einzelner Komponenten zu verringern.

Was sind Kombi-Impfstoffe?

Kombi-Impfstoffe vereinen Antigene mehrerer Erreger in einer einzigen Injektion. Bei den neuen mRNA-basierten Varianten werden genetische Bauanleitungen für Proteine sowohl von SARS-CoV‑2 als auch von Influenza-Viren in Nanopartikel verpackt. Diese lösen nach der Verabreichung eine gezielte Immunantwort gegen beide Krankheitserreger aus.

Ein Beispiel ist ein mRNA-Kandidat, der in klinischen Phase-3-Studien bei Personen ab 50 Jahren geprüft wird. Er kombiniert Impfstoffe gegen Influenza A, Influenza B und aktuelle COVID‑19‑Varianten. Studien zeigen eine vergleichbare oder stärkere Immunantwort als bei Einzelimpfungen.

Vorteile im Überblick:

  • Nur eine Impfung statt zwei Termine
  • Einheitlicher saisonaler Schutz
  • Potenziell geringere Belastung für Gesundheitssysteme

Proteinbasierte Kombinationsansätze befinden sich ebenfalls in Entwicklung. Sie verwenden gereinigte Virusproteine und können für Menschen mit bestimmten medizinischen Einschränkungen eine Alternative zu mRNA-Impfungen sein.

Einsatzmöglichkeiten und Vorteile

Die Anwendung von Kombi-Impfstoffen bietet sich vor allem für ältere und vorerkrankte Personen an, die ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben. In dieser Gruppe ist die gleichzeitige Immunisierung gegen beide Viren besonders sinnvoll.

Ärzte können sie in der jährlichen Impfkampagne parallel zu anderen Auffrischungen einsetzen. Dadurch sinkt der organisatorische Aufwand, und die Impflücken werden kleiner. Gesundheitsbehörden sehen den Ansatz als eine Option, Impfquoten effizient zu steigern.

Laboranalysen und Studienergebnisse deuten auf eine gute Verträglichkeit und eine robuste Antikörperbildung hin. Das spricht für den praktischen Nutzen, vor allem während der Herbst- und Wintersaison, wenn sowohl Grippe- als auch Coronaerkrankungen gehäuft auftreten.

Bedeutung für verschiedene Virusvarianten

Da sich sowohl SARS-CoV‑2 als auch Influenza-Viren regelmäßig verändern, müssen Impfstoffe an neue Stämme angepasst werden. Kombi-Impfstoffe bieten hier Flexibilität, da mRNA‑Plattformen relativ rasch aktualisiert werden können.

Für die jährliche Impfempfehlung berücksichtigt die Ständige Impfkommission (STIKO) Varianten, die von der WHO als relevant eingestuft werden. Kombi-Impfstoffe können diese Variantenanpassung direkt integrieren, ohne dass zusätzliche Impftermine nötig sind.

Eine solche Aktualisierung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Schutz bei neuen Viruslinien bestehen bleibt. Damit tragen Kombi-Impfstoffe zur langfristigen Stabilität saisonaler Impfstrategien bei und unterstützen die kontinuierliche Anpassung an die sich wandelnde Viruslandschaft.

Aktuelle Studienlage und Zulassungen

Neue COVID-19-Impfstoffe konzentrieren sich auf Variantenanpassungen, verbesserte Kreuzreaktivität und flexible Plattformen wie mRNA- und Protein-basierte Technologien. Die jüngsten Daten zeigen Fortschritte bei Zulassungen, Wirksamkeit und Sicherheit, insbesondere im Hinblick auf an neue Virusvarianten angepasste Formulierungen.

Zulassungsstatus in Europa und weltweit

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat im Herbst 2025 Impfstoffe zugelassen, die an die SARS-CoV‑2‑Variante LP.8.1 angepasst sind. Dazu gehören Comirnaty LP.8.1 (BioNTech/Pfizer) und Spikevax LP.8.1 (Moderna). Diese Präparate erhielten eine positive Empfehlung des CHMP, basierend auf umfangreichen klinischen und Laborstudien.

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) den jährlichen COVID-19-Impfschutz mit zugelassenen mRNA- oder proteinbasierten Impfstoffen, die den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsprechen.

Weltweit haben mehrere Länder ähnliche Anpassungsstrategien übernommen. In den USA und Japan erfolgen Aktualisierungen der Impfstoffe nach demselben Prinzip, wobei mRNA-Plattformen dominieren. Proteinbasierte Impfstoffe wie Nuvaxovid bleiben eine Option für Personen mit mRNA-Unverträglichkeiten.

Ergebnisse klinischer Studien

Klinische Studien zu den 2025 aktualisierten COVID-19-Impfstoffen zeigen eine deutlich verstärkte Immunantwort gegenüber der LP.8.1‑Variante. Phase‑3‑Daten von BioNTech/Pfizer belegen eine robuste Neutralisierung sowohl dieser als auch mehrerer früherer Subtypen.

In einer Vergleichsanalyse erreichten mRNA-Formulierungen höhere Antikörpertiter als proteinbasierte Präparate, während letztere eine längere Stabilität bei Lagerung aufwiesen. Untersuchungen zur Kombination unterschiedlicher Impfstofftypen deuten auf einen additiven Effekt der Immunantwort hin.

Studienkennzahlen (Auswahl):

Impfstoff Phase Teilnehmerzahl Effektivität gg. symptomatische Infektion
Comirnaty LP.8.1 III >15.000 ca. 80 %
Spikevax LP.8.1 III >12.000 ca. 78 %
Nuvaxovid angepasst II/III >9.000 ca. 70 %

Diese Werte basieren auf vorläufig publizierten Zwischenauswertungen und können sich mit zusätzlichen Daten ändern.

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Die aktualisierten Impfstoffe zeigen ein ähnliches Sicherheitsprofil wie frühere Generationen. Häufige Reaktionen betreffen lokale Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit und Kopfschmerz, meist von kurzer Dauer.

Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse bleiben sehr selten. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts liegen die Melderaten schwerer Reaktionen weiterhin im niedrigen einstelligen Bereich pro 100.000 verabreichter Dosen.

Postmarketing-Analysen bestätigen die hohe Verträglichkeit auch bei Wiederholungsimpfungen. Immunologische Untersuchungen zeigen keine Hinweise auf neue, impfstoffbedingte Langzeitnebenwirkungen. Somit gelten die neuen Formulierungen als sicherer Bestandteil der laufenden Impfstrategie für 2025/26.

Wirksamkeit gegen Varianten

Neue SARS-CoV-2-Varianten wie JN.1, XBB und andere Omikron-Linien erfordern fortlaufend angepasste Impfstoffe. Studien und Behördenberichte zeigen, dass moderne mRNA- und proteinbasierte Impfstoffe weiterhin einen verlässlichen Schutz vor schweren Verläufen bieten, auch wenn der Schutz vor Infektion mit zunehmender Virus­anpassung abnimmt.

Schutz vor aktuellen und zukünftigen Varianten

Aktualisierte mRNA-Impfstoffe basieren laut WHO-Empfehlung auf Omikron-Varianten wie JN.1. Daten des RKI und des Paul-Ehrlich-Instituts belegen, dass diese Formulierungen eine robuste Antikörperantwort gegen derzeit zirkulierende Viruslinien auslösen. Bei geimpften Personen sinkt zwar die Wirksamkeit gegen Infektionen nach einigen Monaten, die Schutzwirkung gegen schwere Erkrankung bleibt jedoch deutlich erhalten.

Proteinbasierte Vakzinen zeigen vergleichbare Ergebnisse, allerdings mit etwas verzögerter Anpassung an neue Varianten. Forschende aus Australien und den USA berichten, dass eine heterologe Auffrischung – etwa mRNA nach Proteinimpfstoff – die Immunbreite zusätzlich vergrößert.

Für zukünftige Varianten setzen Entwickler auf plattformbasierte Ansätze, die eine schnelle Anpassung ermöglichen. Technologien wie mRNA-Baukästen oder modulare Antigen-Designs verkürzen Entwicklungszeiten erheblich, wodurch neue Varianten schneller adressiert werden können.

Vergleich der Wirksamkeit verschiedener Impfstoffarten

mRNA-Impfstoffe erzeugen in der Regel höhere neutralisierende Antikörperspiegel und eine stärkere zelluläre Immunantwort als viele klassische Vakzinen. Sie bleiben dadurch erste Wahl für Auffrischungen. In klinischen Vergleichen zeigte sich:

Impfstofftyp Hauptvorteil Anpassungs­geschwindigkeit Schutzwirkung gegen Varianten
mRNA Starke Immunantwort, flexible Anpassung Sehr hoch Hoch gegen aktuelle Varianten
Proteinbasiert Gute Verträglichkeit Mittel Solide, aber etwas geringer
Kombiniert (mRNA + Protein) Breitere Abdeckung mehrerer Antigene Hoch Besonders konstant

Forschungsdaten deuten darauf hin, dass Kombinationsansätze eine stabilere Immunität über mehrere Viruslinien hinweg bieten können. Diese Strategie könnte langfristig dazu beitragen, saisonale Anpassungen zu reduzieren und eine gleichmäßigere Schutzwirkung in der Bevölkerung zu erzielen.

Zukünftige Entwicklungen und Perspektiven

Forschende arbeiten daran, Impfstoffe schneller, gezielter und vielseitiger zu gestalten. Dabei stehen neue Technologien im Mittelpunkt, die auf flexiblen Plattformen basieren und sich leichter an Varianten anpassen lassen.

Künftige Impfstoffdesigns und Technologien

Zukünftige Impfstoffe bauen zunehmend auf plattformbasierten Ansätzen wie mRNA, DNA und Vektorviren auf. Diese Plattformen ermöglichen eine zügige Anpassung an neue Erreger. Ziel internationaler Programme ist es, innerhalb von rund 100 Tagen nach Auftreten eines neuen Virus einen wirksamen Impfstoff bereitzustellen.

Ein zentraler Fortschritt liegt in Kombinationsimpfstoffen, die gleichzeitig gegen mehrere Varianten von SARS-CoV-2 oder andere Atemwegsviren wirken. Forschende entwickeln außerdem selbstverstärkende mRNA-Impfstoffe (saRNA), die niedrigere Dosen benötigen und trotzdem eine starke Immunantwort erzeugen.

Neue Technologien nutzen KI-gestützte Antigen-Designs, um Oberflächenstrukturen von Viren präziser zu analysieren. So entstehen Impfstoffe, die breitere und länger anhaltende Immunität erzeugen. Tabellen und Datenbanken helfen, Mutationen frühzeitig zu erkennen und Produktionsprozesse zu automatisieren.

Technologie Besonderheit Beispielhafte Anwendung
mRNA-Plattform Schnelle Anpassbarkeit SARS-CoV-2, Influenza
saRNA Verstärkte Immunreaktion bei niedriger Dosis Forschung an Universalimpfstoffen
Kombinationsimpfstoff Schutz gegen mehrere Erreger COVID-19 & Grippe

Erwartete Verbesserungen in der Impfstoffentwicklung

Mit besseren Produktionsmethoden sinkt die Entwicklungszeit. Modulare Fertigungsanlagen erlauben eine flexible Umrüstung zwischen unterschiedlichen Impfstofftypen. Staaten und Institutionen investieren in globale Netzwerke, um Engpässe bei der Verteilung zu vermeiden.

Neue Adjuvanzien sollen die Immunantwort verfeinern und Nebenwirkungen reduzieren. Dadurch wird die Notwendigkeit häufiger Auffrischungen verringert. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt bereits variantenangepasste mRNA- und proteinbasierte Vakzine, was zeigt, dass kontinuierliche Anpassung in den Standard übergegangen ist.

Digitalisierte Studien und Real-World-Data-Analysen beschleunigen die Bewertung der Wirksamkeit. Durch diese datengetriebene Entwicklung kann die Sicherheit gezielter überprüft werden. Forschende sehen zudem Potenzial in der personalisierbaren Impfstoffstrategie, bei der genetische und immunologische Profile berücksichtigt werden.

Praktische Empfehlungen für die Impfentscheidung

Die aktuellen Empfehlungen zur COVID-19-Impfung richten sich nach Alter, gesundheitlichem Risiko und bisherigen Antigenkontakten. Dabei spielt sowohl der verwendete Impfstofftyp als auch der Abstand zur letzten Impfung oder Infektion eine Rolle, um den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten.

Empfohlene Zielgruppen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine jährliche COVID-19-Impfung für Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Dazu zählen ältere Menschen ab 60 Jahren, Personen mit chronischen Grunderkrankungen, Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie medizinisches Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt.

Personengruppen im Überblick:

Gruppe Empfehlung Impfstofftyp
≥ 60 Jahre Jährliche Auffrischimpfung mRNA- oder Proteinbasiert
Chronisch Kranke Nach individueller Risikobewertung mRNA, Protein, ggf. Vektor
Gesundheitsberufe Jährlich zur Sicherung des Eigen- und Fremdschutzes mRNA, Protein
Gesunde Erwachsene < 60 Nur bei fehlender Basisimmunität oder besonderer Exposition mRNA bevorzugt

Für alle Personen ab 18 Jahren empfiehlt die STIKO eine Basisimmunität bestehend aus drei Antigenkontakten (Impfung oder Infektion, mindestens zwei Impfstoffdosen). Fehlen solche Kontakte, sollte die Immunisierung vervollständigt werden, um Grundschutz aufzubauen.

Booster-Strategien und Individualisierung

Die Auffrischimpfung richtet sich nach dem bisherigen Immunstatus und der Virusvariante, auf die die Impfstoffe angepasst sind. Für die Saison 2025/26 empfiehlt die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) Vakzine, die an die Variante LP.8.1 angepasst wurden. Diese Formulierung verbessert den Schutz vor aktuell zirkulierenden Stämmen.

Empfohlene Abstände betragen in der Regel 12 Monate nach der letzten Impfung oder dokumentierten Infektion. Menschen mit geschwächter Immunabwehr können frühere Booster-Intervalle benötigen, abhängig von ärztlicher Einschätzung.

Die Auswahl des Impfstoffs sollte auf individuelle Faktoren wie Alter, Allergien gegen Impfstoffbestandteile und Vorerkrankungen abgestimmt werden. Ärztinnen und Ärzte berücksichtigen dabei, ob eine Kombination aus mRNA- und proteinbasiertem Impfstoff sinnvoll ist, um die Immunantwort zu optimieren.