Malaria-Prophylaxe Erklärt

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Malaria bleibt eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten in tropischen und subtropischen Regionen. Wer in ein Risikogebiet reist, kann sich mit der richtigen Malaria-Prophylaxe wirksam schützen. Eine gut gewählte medikamentöse Vorbeugung, etwa mit Malarone, Doxycyclin oder Atovaquon/Proguanil, kann das Erkrankungsrisiko deutlich senken.

Dabei hängt die Wahl des Medikaments von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel vom Reiseziel, der Reisedauer und der individuellen Verträglichkeit. Eine sachgerechte Dosierung und Einnahme sind entscheidend, um Nebenwirkungen zu vermeiden und den bestmöglichen Schutz zu erreichen.

Die folgenden Abschnitte erklären, wie die verschiedenen Präparate wirken, wie sie richtig angewendet werden und worauf bei der Einnahme zu achten ist. Wer die wichtigsten Informationen kennt, reist entspannter und sicherer in Gebiete, in denen Malaria vorkommt.

Was ist Malaria-Prophylaxe?

Malaria-Prophylaxe bezeichnet vorbeugende Maßnahmen, die eine Infektion mit dem Malaria-Erreger oder den Ausbruch der Krankheit verhindern sollen. Sie kombiniert Schutz vor Mückenstichen und die Einnahme bestimmter Medikamente, die eine Infektion entweder verhindern oder frühzeitig eindämmen.

Bedeutung der Malariavorbeugung

Malaria zählt zu den häufigsten und gefährlichsten Infektionskrankheiten in tropischen und subtropischen Regionen. Weltweit leben etwa 40 Prozent der Bevölkerung in Gebieten mit dauerhaftem Malariarisiko. Ein wirksamer Schutz ist daher besonders für Reisende, Entwicklungshelfer oder Soldaten entscheidend.

Die Krankheit wird durch den Stich der Anopheles-Mücke übertragen, die den Erreger Plasmodium überträgt. Da es bislang keinen umfassend wirksamen Impfstoff gibt, bleibt die Prophylaxe die wichtigste Schutzmaßnahme. Dazu gehören Mückenschutzmittel, engmaschige Kleidung und Moskitonetze ebenso wie die Einnahme prophylaktischer Medikamente.

Effektive Vorbeugung kann das Ansteckungsrisiko erheblich senken und schwere Krankheitsverläufe vermeiden. Sie ist damit ein zentraler Bestandteil der Reisegesundheit und wird von Tropeninstituten und Gesundheitsbehörden weltweit empfohlen.

Zielgruppen für Malaria-Prophylaxe

Von einer prophylaktischen Behandlung profitieren vor allem Personen, die sich in Risikogebieten Afrikas, Asiens, Mittel- und Südamerikas aufhalten. Je nach Land und Reisedauer variiert das Infektionsrisiko deutlich. Auch Kinder, Schwangere und ältere Menschen gelten als besonders gefährdet, da ihr Immunsystem weniger widerstandsfähig ist.

Geschäftsreisende, Rucksacktouristen und medizinisches Personal im Ausland sollten vor der Abreise eine individuelle Risikoabschätzung durch einen Arzt oder ein Tropeninstitut durchführen lassen. Dabei werden Reisedauer, Aufenthaltsort, Unterbringung und geplante Aktivitäten berücksichtigt.

In manchen Regionen genügt eine konsequente Expositionsprophylaxe, während in anderen Gebieten eine medikamentöse Prophylaxe dringend angeraten ist. Die Auswahl des Wirkstoffs richtet sich nach Resistenzlage und individuellen Toleranzen.

Funktionsweise der Prophylaxe

Die chemische Malariaprophylaxe nutzt Wirkstoffe wie Atovaquon/Proguanil (Malarone)Doxycyclin oder Mefloquin. Diese Medikamente wirken, indem sie die Entwicklung des Parasiten im Blut oder in der Leber hemmen. Sie verhindern so, dass sich nach einer Infektion Symptome entwickeln.

Wirkstoffkombination Wirkmechanismus Einnahmezeitraum
Atovaquon/Proguanil Hemmt Parasiten in Leber und Blut Täglich, Beginn 1–2 Tage vor Reise, Ende 7 Tage nach Rückkehr
Doxycyclin Hemmt Proteinsynthese der Parasiten Täglich, Beginn 1–2 Tage vor Reise, Ende 4 Wochen nach Rückkehr
Mefloquin Beeinträchtigt Stoffwechsel in roten Blutkörperchen Wöchentlich, Beginn 1–2 Wochen vor Reise, Ende 4 Wochen nach Rückkehr

Die Mittel bieten keine absolute Sicherheit, reduzieren das Risiko aber deutlich. Ihre Einnahme erfordert ärztliche Beratung, um Nebenwirkungen zu vermeiden und die optimale Dosierung sicherzustellen.

Überblick über Malaria-Prophylaxe Tabletten

Zur Vorbeugung von Malaria stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die sich in Wirkstoffkombination, Dosierung und Verträglichkeit unterscheiden. Die Auswahl hängt von Reisedauer, Zielgebiet, individuellen Risiken und möglichen Nebenwirkungen ab. Eine konsequente Einnahme nach ärztlicher Empfehlung ist entscheidend für einen zuverlässigen Schutz.

Malarone: Eigenschaften und Anwendung

Malarone enthält die Wirkstoffkombination Atovaquon und Proguanilhydrochlorid. Das Präparat wirkt gegen die Blutschizonten und Leberstadien des Plasmodium falciparum, der Erregerart der gefährlichsten Malariaform.

Die Einnahme erfolgt täglich, beginnend 1–2 Tage vor der Einreise in ein Malariagebiet, während des Aufenthalts und bis 7 Tage nach der Rückkehr. Diese kurze Nachbehandlungszeit gilt als praktischer Vorteil gegenüber manchen Alternativen.

Malarone gilt im Allgemeinen als gut verträglich. Gelegentlich treten Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit oder leichter Durchfall auf. Schwere Nebenwirkungen sind selten. Da das Medikament über die Leber verstoffwechselt wird, sollten Menschen mit Lebererkrankungen ärztlichen Rat einholen. Die regelmäßige Einnahme mit einer Mahlzeit oder Milch verbessert die Aufnahme des Wirkstoffs.

Doxycyclin: Nutzung und Besonderheiten

Doxycyclin, ein Antibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline, dient als wirksame Alternative zur Malariaprophylaxe. Es verhindert die Entwicklung der Parasiten im Blutstadium, wirkt aber nicht gegen Leberformen.

Die Tablette wird täglich eingenommen, beginnend 1–2 Tage vor der Abreisewährend des Aufenthalts und bis 4 Wochen nach Verlassen des Endemiegebiets. Die längere Nachbehandlungszeit erklärt sich aus dem Wirkmechanismus.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen MagenbeschwerdenPhotosensibilität und Reizungen der Speiseröhre. Schutz durch Sonnencreme und ausreichendes Trinken ist wichtig. Doxycyclin eignet sich nicht für Schwangere und Kinder unter 8 Jahren, da es Zahnverfärbungen verursachen kann. Die gute Wirksamkeit und der vergleichsweise niedrige Preis machen es jedoch für viele Reisende attraktiv.

Atovaquon/Proguanil: Vorteile und Grenzen

Die Kombination Atovaquon/Proguanil bildet den Wirkstoffkern von Malarone, ist aber auch unter generischen Namen erhältlich. Die Präparate zeigen eine hohe Wirksamkeit gegen Plasmodium falciparum und werden besonders in Regionen mit Resistenzen gegen ältere Mittel bevorzugt.

Die prophylaktische Einnahme erfolgt ebenfalls täglich, beginnend kurz vor der Einreise und fortgesetzt bis eine Woche nach dem Aufenthalt. Die Dosierung richtet sich nach Körpergewicht und Präparatstärke.

Vorteile sind die gute Verträglichkeitkurze Nachbehandlungsdauer und geringes Risiko neuropsychiatrischer Nebenwirkungen. Nachteilig können die höheren Kosten und mögliche Magen-Darm-Beschwerden sein. Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist Vorsicht geboten. In klinischer Praxis überzeugt die Wirkstoffkombination durch einfache Anwendung und zuverlässigen Schutz bei kurzzeitigen Reisen in Hochrisikogebiete.

Dosierung von Malaria-Prophylaxe-Medikamenten

Die Dosierung variiert je nach Wirkstoff, Körpergewicht und Reiseziel. Medikamente wie Malarone (Atovaquon/Proguanil)Doxycyclin und Mefloquin kommen häufig zum Einsatz und werden in unterschiedlichen Mengen und Zeitintervallen eingenommen, um einen sicheren Schutz aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

Erwachsenen-Dosierung

Bei Erwachsenen richtet sich die Dosis nach dem gewählten Präparat und der Art der Reise.
Malarone (Atovaquon/Proguanil) wird meist einmal täglich mit einer Mahlzeit oder milchhaltigen Getränken eingenommen. Die Einnahme beginnt 1–2 Tage vor Reisebeginn und wird 7 Tage nach Verlassen des Risikogebiets fortgesetzt.
Standarddosis: 1 Filmtablette täglich (Atovaquon 250 mg + Proguanil 100 mg).

Doxycyclin dient als Alternative. Erwachsene nehmen 1 Tablette (100 mg) täglich mit ausreichend Wasser ein, beginnend 1–2 Tage vor der Reise und bis 4 Wochen nach Rückkehr.
Mefloquin wird einmal wöchentlich (250 mg) eingenommen, beginnend 2–3 Wochen vor Reisebeginn. Diese frühzeitige Einnahme ermöglicht eine Verträglichkeitsprüfung.

Eine regelmäßige Einnahme zur gleichen Tageszeit erhöht die Schutzwirkung. Wichtig ist, Tabletten mit Nahrung einzunehmen, um Magenbeschwerden zu vermeiden.

Dosierung für Kinder

Für Kinder wird die Dosierung nach Körpergewicht berechnet.
Malarone Junior enthält entsprechend geringere Wirkstoffmengen:

Körpergewicht (kg) Tabletten pro Tag
11–20 1 Tablette
21–30 2 Tabletten
31–40 3 Tabletten
über 40 Erwachsenendosis

Auch bei Doxycyclin gilt das Körpergewicht als maßgeblich, jedoch wird es bei Kindern unter 8 Jahren aufgrund möglicher Zahnverfärbungen nicht empfohlen.
Mefloquin kann bei Kindern ab etwa 5 kg Körpergewicht genutzt werden, wobei die Dosis individuell berechnet wird.
Kinder sollten die Tabletten zusammen mit einer Mahlzeit einnehmen, um die Verträglichkeit zu verbessern.

Dosierung bei speziellen Personengruppen

Personen mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion benötigen oft eine ärztlich angepasste Dosierung, insbesondere bei Atovaquon/Proguanil, das hauptsächlich über die Leber und Niere ausgeschieden wird.

Für Schwangere und Stillende ist die Medikamentenwahl eingeschränkt. Doxycyclin ist kontraindiziert, während Mefloquin unter ärztlicher Aufsicht möglich sein kann. Malarone wird meist nur eingesetzt, wenn kein alternatives Mittel geeignet ist.

Bei älteren Reisenden müssen Begleiterkrankungen und mögliche Arzneimittelwechselwirkungen berücksichtigt werden.
Personen mit G6PD-Mangel dürfen bestimmte Antimalaria-Mittel, wie Primaquin, nicht verwenden, da sonst hämolytische Reaktionen drohen. Regelmäßige ärztliche Kontrolle bleibt entscheidend, um eine wirksame und sichere Prophylaxe zu gewährleisten.

Nebenwirkungen der Malaria-Prophylaxe

Die Einnahme von Malaria-Medikamenten kann verschiedene unerwünschte Wirkungen hervorrufen, deren Häufigkeit und Ausprägung vom verwendeten Präparat abhängen. Die wichtigsten Unterschiede betreffen die Art der Nebenwirkungen, ihre Dauer sowie das Vorgehen, wenn Beschwerden auftreten.

Häufige Nebenwirkungen

Viele Medikamente zur Malaria-Prophylaxe verursachen leichte, vorübergehende Beschwerden. Atovaquon/Proguanil (Malarone) führt häufig zu Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall oder Kopfschmerzen. Doxycyclin kann Sonnenempfindlichkeit der HautSodbrennen sowie Magenreizungen auslösen.

Einige Personen berichten auch über Schlafstörungen oder ungewöhnlich lebhafte Träume, besonders bei der Anwendung von Mefloquin. In der Regel klingen diese Symptome nach dem Absetzen schnell ab.

Medikament Häufige Beschwerden Hinweise
Atovaquon/Proguanil Übelkeit, Durchfall, Kopfweh Einnahme mit Mahlzeit verbessert Verträglichkeit
Doxycyclin Hautreaktionen, Magenbeschwerden Sonnenschutz notwendig
Mefloquin Schlafstörungen, Schwindel Einnahme vor Antritt der Reise testen

Seltene Nebenwirkungen

Selten treten ernstere Reaktionen auf, die ärztliche Abklärung erfordern. Dazu zählen Allergien mit Hautausschlag oder JuckreizLeberfunktionsstörungen und neurologische Beschwerden wie Unruhe oder Verwirrtheit, vor allem unter Mefloquin.

Sehr selten kommt es bei Doxycyclin zu Schädigungen der Speiseröhre, wenn die Tabletten ohne ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden. Atovaquon/Proguanil kann vereinzelt eine verminderte Zahl weißer Blutkörperchen oder erhöhte Leberwerte verursachen, meist reversibel nach Absetzen. Schwangere sollten Nutzen und Risiko der Medikamente sorgfältig mit einem Arzt abwägen.

Unerklärliche Fieberschübe, starkes Unwohlsein oder Gelbfärbung der Haut sind Hinweise auf mögliche Komplikationen und sollten rasch medizinisch überprüft werden.

Umgang mit Nebenwirkungen

Wer Nebenwirkungen bemerkt, sollte die Beschwerden dokumentieren und gegebenenfalls das Medikament nach Rücksprache mit einem Arzt wechseln. Eine Einnahme zu den Mahlzeiten, viel Flüssigkeit und ausreichender Sonnenschutz verringern häufige Unverträglichkeiten.

Bei leichten Magen- oder Kopfbeschwerden helfen oft kleine Anpassungen der Einnahmezeit. Werden die Symptome stärker, ist eine medizinische Abklärung vor weiterer Einnahme notwendig.

Reisende profitieren davon, vor Reiseantritt die Verträglichkeit des Präparats zu testen und sich über Alternativen zu informieren. Eine gezielte Beratung in einem Tropeninstitut kann helfen, Risiken individuell zu beurteilen und eine sichere Prophylaxe zu gewährleisten.

Vergleich der wichtigsten Malaria-Prophylaxe-Präparate

Die Wahl des passenden Malaria-Medikaments hängt von Reiseziel, Dauer des Aufenthalts und individueller Verträglichkeit ab. Unterschiede bestehen vor allem in Wirksamkeit, Nebenwirkungsprofil und Dosierungsschema, was eine sorgfältige Abwägung erforderlich macht.

Wirksamkeit und Schutz

Atovaquon/Proguanil (z. B. Malarone)Doxycyclin und Mefloquin (Lariam) gehören zu den häufigsten Medikamenten zur Malariaprophylaxe.
Atovaquon/Proguanil wirkt zuverlässig gegen die meisten Plasmodium-Arten, einschließlich P. falciparum, und eignet sich besonders für Kurzreisen in Hochrisikogebiete.
Doxycyclin bietet ebenfalls hohen Schutz, muss jedoch täglich eingenommen werden und schützt nicht vor Rückfällen durch P. vivax oder P. ovale.
Mefloquin wird vor allem in Regionen empfohlen, in denen keine Resistenzen bestehen.

Präparat Einnahmehäufigkeit Wirkungsdauer nach Abreise
Atovaquon/Proguanil täglich 7 Tage danach
Doxycyclin täglich 4 Wochen danach
Mefloquin wöchentlich 4 Wochen danach

Regelmäßige Einnahme und korrekte Dosierung sind entscheidend, um den Schutz aufrechtzuerhalten. Keine Prophylaxe ist zu 100 % wirksam, daher bleibt zusätzlicher Mückenschutz nötig.

Verträglichkeit im Vergleich

Nebenwirkungen unterscheiden sich deutlich zwischen den Präparaten.
Atovaquon/Proguanil gilt als gut verträglich, gelegentlich treten leichte Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen auf.
Doxycyclin kann Magenreizungen, Hautempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht und bei längerer Anwendung Pilzinfektionen verursachen.
Mefloquin führt bei manchen Personen zu Schlafstörungen, Benommenheit oder neuropsychiatrischen Reaktionen, weshalb es für Personen mit psychischer Vorerkrankung ungeeignet ist.

Präparat Häufigste Nebenwirkungen
Atovaquon/Proguanil Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen
Doxycyclin Sonnenempfindlichkeit, Reflux, Übelkeit
Mefloquin Schwindel, Schlafstörungen, Angstzustände

Die individuelle Verträglichkeit sollte vor der Reise ärztlich geprüft werden. Bei Auftreten starker Nebenwirkungen kann ein Wechsel des Medikaments notwendig sein.

Anwendungsempfehlungen für Reisende

Für Kurzreisen oder Last-Minute-Buchungen wird meist Atovaquon/Proguanil bevorzugt, da es nur kurz vor und nach der Reise eingenommen werden muss.
Doxycyclin eignet sich für längere Aufenthalte, ist jedoch bei empfindlicher Haut mit Vorsicht zu verwenden.
Mefloquin ist durch die wöchentliche Einnahme praktisch, sollte aber frühzeitig begonnen werden, um die Verträglichkeit zu prüfen.

Schwangere und Kinder benötigen eine Anpassung der Medikation. Für Schwangere gilt Mefloquin als die am besten untersuchte Option.
Reisende sollten die individuellen Empfehlungen des Arztes befolgen, da Resistenzmuster und regionale Risiken die Wahl des Präparats beeinflussen.

Alternative Strategien zur Malaria-Vorbeugung

Effektiver Malariaschutz umfasst nicht nur Medikamente, sondern auch Maßnahmen zur Mückenvermeidung und eine individuelle Einschätzung des Reiserisikos. Diese Ansätze helfen, den Bedarf an Chemoprophylaxe besser einzuordnen und mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden.

Nicht-medikamentöse Schutzmaßnahmen

Physischer Schutz vor Mückenstichen bleibt die wichtigste Grundlage jeder Malariavorbeugung. Reisende sollten Insektenschutzmittel mit DEET oder Icaridin nutzen, besonders abends und nachts, wenn Anopheles-Mücken aktiv sind. Lange, helle Kleidung, die Arme und Beine bedeckt, reduziert zusätzlich das Risiko von Stichen.

Das Schlafen unter einem moskitodichten, imprägnierten Netz gilt als besonders wirksam. In Unterkünften mit Klimaanlage, Ventilatoren oder Insektenschutzgittern lässt sich die Exposition weiter senken. Wer im Freien übernachtet, sollte Netze und Repellents kombinieren.

Weitere Maßnahmen umfassen regelmäßige Kontrolle der Umgebung auf stehendes Wasser, da dort Mücken brüten. Elektronische Verdampfer oder Spiralen können Räume zusätzlich schützen. Diese Methoden ersetzen keine medikamentöse Prophylaxe, verringern aber das Infektionsrisiko deutlich, wenn sie konsequent angewendet werden.

Risikobewertung vor der Reise

Die Entscheidung, ob Medikamente nötig sind, hängt von Reiseziel, Aufenthaltsdauer und Reisezeit ab. Tropenärztinnen und Tropenärzte nutzen aktuelle Daten der WHO und des Robert Koch-Instituts, um die regionale Resistenzlage zu bewerten. So unterscheiden sie Gebiete mit niedrigem, mittlerem oder hohem Übertragungsrisiko.

Reisende sollten außerdem die Art der Unterkunft und geplante Aktivitäten einbeziehen. Ein kurzer Aufenthalt in einer Stadt mit geringer Mückenaktivität erfordert oft nur Expositionsschutz, während längere Aufenthalte im ländlichen Hochrisikogebiet meist eine Chemoprophylaxe nötig machen.

Individuelle Faktoren wie Schwangerschaft, chronische Krankheiten oder Medikamentenunverträglichkeiten beeinflussen die Empfehlung zusätzlich. Eine frühzeitige reisemedizinische Beratung – idealerweise sechs bis acht Wochen vor Abreise – ermöglicht eine angepasste, sichere Vorsorgeplanung.

Tipps für die sichere Anwendung von Malaria-Tabletten

Die Wirksamkeit einer Malariaprophylaxe hängt stark von der richtigen Einnahme und Beachtung individueller gesundheitlicher Faktoren ab. Eine sorgfältige Anwendung reduziert Nebenwirkungen und erhöht den Schutz vor einer Infektion.

Hinweise zur Einnahme

Malaria-Tabletten wie Malarone (Atovaquon/Proguanil)Doxycyclin oder Mefloquin müssen regelmäßig und über den empfohlenen Zeitraum eingenommen werden. Die erste Dosis beginnt in der Regel 1 bis 2 Tage vor der Reise in ein Risikogebiet und wird täglich zur gleichen Uhrzeit eingenommen. Die Einnahme sollte mit einer Mahlzeit oder milchhaltigen Getränken erfolgen, um die Aufnahme zu verbessern und Magenreizungen zu vermeiden.

Nach Verlassen des Risikogebiets wird empfohlen, die Tabletten für 7 Tage (Malarone) bzw. für 4 Wochen (Doxycyclin oder Mefloquin) weiter einzunehmen. Diese Nachbehandlung schützt vor einer späten Infektion durch Erreger, die sich noch im Körper befinden könnten.

Eine vergessene Dosis sollte so bald wie möglich nachgeholt werden. Wird das Medikament wiederholt vergessen, kann der Schutz eingeschränkt sein. Reisende sollten immer ausreichend Vorrat mitführen und Tabletten kühl, trocken sowie lichtgeschützt lagern.

Wirkstoffkombination Einnahmehäufigkeit Nachreisezeit
Atovaquon/Proguanil 1× täglich 7 Tage
Doxycyclin 1× täglich 4 Wochen
Mefloquin 1× wöchentlich 4 Wochen

Wichtige Warnhinweise und Kontraindikationen

Bestimmte Erkrankungen und Lebenssituationen können gegen die Einnahme einzelner Malaria-Medikamente sprechen. Personen mit Nieren- oder Lebererkrankungen sollten vor der Anwendung von Atovaquon/Proguanil ärztlichen Rat einholen. Schwangere und Stillende dürfen viele Präparate nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung anwenden.

Doxycyclin ist nicht für Kinder unter acht Jahren und Schwangere geeignet, da es das Knochen- und Zahnwachstum beeinträchtigen kann. Mefloquin kann bei Menschen mit psychischen Vorerkrankungen wie Depression oder Angststörungen unerwünschte Wirkungen verstärken.

Bei der gleichzeitigen Einnahme anderer Medikamente sind mögliche Wechselwirkungen zu prüfen. Ärztinnen und Ärzte sollten über alle bestehenden Behandlungen und Allergien informiert werden. Wer starke Nebenwirkungen wie Hautausschlag, Schwindel oder Atembeschwerden bemerkt, sollte das Medikament sofort absetzen und medizinische Hilfe aufsuchen.

Wann sollte ein Arzt konsultiert werden?

Bei Verdacht auf eine Malaria-Infektion sollte unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Tritt Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerz oder starke Abgeschlagenheit während oder nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet auf, muss die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Symptome können auch Wochen nach der Rückkehr auftreten, selbst wenn eine Prophylaxe eingenommen wurde.

Eine ärztliche Konsultation ist ebenfalls notwendig, wenn während der Prophylaxe Nebenwirkungen wie Übelkeit, Hautausschlag oder neurologische Beschwerden auftreten. Ein Arzt kann prüfen, ob das Medikament gewechselt oder die Dosierung angepasst werden sollte.

Wer eine Notfallselbstbehandlung (Stand-by-Therapie) durchführen muss, sollte dies nur nach vorheriger ärztlicher Beratung tun. Auch nach der Einnahme des Notfallmedikaments ist ein ärztlicher Befund erforderlich, um die Diagnose zu bestätigen und gegebenenfalls die Behandlung fortzusetzen.

Typische Situationen, in denen ärztlicher Rat erforderlich ist:

  • anhaltendes oder wiederkehrendes Fieber nach Aufenthalt in einem Endemiegebiet
  • Unverträglichkeit eines Prophylaxe-Medikaments
  • Unsicherheit über das richtige Präparat oder die Einnahmedauer
Zeitpunkt Empfohlene Maßnahme
Vor der Reise Beratung bei reisemedizinischem Arzt über geeignetes Medikament
Während der Einnahme Arztbesuch bei unerklärlichen Nebenwirkungen oder Dosierungsfragen
Nach der Rückkehr Sofortige Untersuchung bei Fieber oder grippeähnlichen Symptomen