Malaria in 2025: Globale Risikogebiete, aktuelle Ausbreitungskarte

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Malaria bleibt auch im Jahr 2025 eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten weltweit. Trotz medizinischer Fortschritte breitet sich die Erkrankung in vielen tropischen und subtropischen Regionen weiter aus. Aktuelle Daten zeigen, dass Afrika, Asien sowie Teile Mittel- und Südamerikas weiterhin die höchsten Infektionsraten aufweisen. Dabei liefern neue Karten und Geodaten ein präziseres Bild über regionale Unterschiede und sich verändernde Risikogebiete.

Mit steigenden globalen Temperaturen und zunehmender Mobilität verschieben sich die Grenzen klassischer Malariazonen. Forschende beobachten dabei neue Hotspots, insbesondere dort, wo bisher geringe oder keine Risiken bestanden. Für Reisende, medizinisches Personal und Behörden gewinnen aktuelle Ausbreitungskarten und zuverlässige Länderinformationen daher weiter an Bedeutung.

Auch 2025 konzentriert sich der weltweite Kampf gegen Malaria auf gezielte Maßnahmen zur Prävention, nachhaltige Gesundheitsstrukturen und internationale Zusammenarbeit. Neue Studien, verbesserte Überwachungsdaten und innovative Impfstrategien unterstützen diese Ziele und zeigen, wie sich globale Malariagebiete künftig entwickeln könnten.

Globale Risikogebiete für Malaria 2025

Die weltweite Verteilung von Malariafällen zeigt deutliche geografische Muster. Infektionsschwerpunkte liegen vor allem in tropischen und subtropischen Regionen mit hohen Temperaturen, feuchtem Klima und begrenztem Zugang zu Gesundheitsversorgung. Regionen mit funktionierenden Gesundheitssystemen oder erfolgreicher Vektorkontrolle zeigen dagegen rückläufige Fallzahlen.

Kontinente mit hohem Malariarisiko

Afrika bleibt im Jahr 2025 der am stärksten betroffene Kontinent. Nach aktuellen Erhebungen entfallen rund 95 % der weltweiten Infektionen und über 90 % der Todesfälle auf afrikanische Staaten, insbesondere in West-, Zentral- und Ostafrika. Länder wie Nigeria, die Demokratische Republik Kongo, Uganda und Mosambik verzeichnen weiterhin die höchsten Fallzahlen.

In Asien treten Infektionen häufiger in Süd- und Südostasien auf, etwa in Indien, Myanmar und Indonesien. Während in Südamerika vor allem das Amazonasbecken betroffen ist, zeigen sich in Mittelamerika nur vereinzelte Fälle. Ozeanien weist ein geringes, aber lokal begrenztes Risiko auf – vor allem auf Papua-Neuguinea und einigen Pazifikinseln.

Europa und Nordamerika gelten weiterhin als malariafrei, abgesehen von importierten Fällen durch Reisende. In diesen Regionen konzentrieren sich Maßnahmen auf Früherkennung und schnelle Behandlung eingeschleppter Infektionen.

Länderspezifische Risikoeinschätzung

Die WHO klassifiziert Länder nach Übertragungsintensität, Vektorverbreitung und Kontrollstatus. Etwa 83 Länder gelten 2025 als endemisch. Afrika südlich der Sahara bleibt Hochrisikogebiet, während einzelne Staaten wie Ruanda und Äthiopien deutliche Fortschritte bei der Eindämmung melden.

In Asien entwickeln sich Länder wie Vietnam und Laos positiv durch umfassende Präventionsprogramme. Indien verzeichnet regionale Unterschiede: Während einige Bundesstaaten nahezu malariafrei sind, bleibt in ländlichen Gebieten des Ostens und Nordostens das Risiko hoch. BrasilienPeru und Venezuela gelten in Südamerika weiterhin als Schwerpunkte, wobei dort Regenwälder günstige Brutbedingungen bieten.

Eine vereinfachte Übersicht:

Region/Land Risiko 2025 Hauptrisikofaktoren
Nigeria, DRC, Uganda Sehr hoch Tropisches Klima, begrenzte Versorgung
Indien (Nordosten) Mittel Saisonale Regenzeiten
Brasilien (Amazonas) Hoch Hohe Vectorendichte

Urbane und ländliche Verbreitung

Malaria bleibt überwiegend eine ländliche Krankheit, da Moskitos der Gattung Anopheles in stehenden Gewässern und feuchten Vegetationszonen ideale Brutbedingungen finden. Landwirtschaftliche Flächen, Bewässerungsanlagen und periurbane Dörfer zählen zu den Risikozonen.

In größeren Städten sinkt das Risiko durch verbesserte Infrastruktur und drainierte Flächen, doch urbane Ausbrüche treten weiterhin auf. Schnell wachsende Siedlungen ohne stabile Abwassersysteme begünstigen Mückenpopulationen. Städte in Westafrika und Südostasien verzeichnen gelegentlich lokale Übertragungen.

Migration, Arbeitswanderung und Reisen zwischen Land und Stadt tragen zur Aufrechterhaltung der Übertragungsketten bei. Dadurch bleibt Überwachung in urbanen Regionen ein fester Bestandteil vieler nationaler Kontrollprogramme.

Veränderungen gegenüber den Vorjahren

Zwischen 2020 und 2025 zeigen globale Daten eine stabile bis leicht rückläufige Inzidenz in einigen afrikanischen Ländern. Bessere Diagnostik, gesteigerte Insektizidresistenz-Überwachung und ein verbesserter Zugang zu Medikamenten tragen dazu bei. Dennoch bleibt der Fortschritt ungleichmäßig verteilt.

Der Klimawandel verändert die geografische Reichweite von Malaria. Einige Modelle deuten darauf hin, dass Übertragungszonen in Teilen Afrikas schrumpfen könnten, während in Ostafrika, Südostasien und Teilen Südamerikas neue Risikogebiete entstehen. Temperatur, Niederschlag und Luftfeuchtigkeit bleiben zentrale Einflussfaktoren.

Schwankende Finanzierung internationaler Programme wirkt sich auf Präventionsmaßnahmen aus. Während groß angelegte Kampagnen vielerorts Erfolge zeigen, drohen Fortschritte ohne stabile finanzielle Unterstützung wieder verloren zu gehen.

Aktuelle Ausbreitungskarten und Geodaten

Globale Karten zur Malaria zeigen regionale Unterschiede in Risiko, Inzidenz und Erregerverbreitung. Neue Datensätze kombinieren Felddaten, Modellierungen und Satellitenmessungen, um Trends in der Krankheitsverbreitung präzise abzubilden.

Interaktive Karten zu Malariaverbreitung

Interaktive Karten ermöglichen es, Malariarisiken auf verschiedenen geografischen Ebenen zu analysieren. Plattformen wie die Malaria Threat Map der WHO und die Karten des Malaria Atlas Project (MAP) zeigen detaillierte Daten zu Plasmodium falciparum und P. vivax zwischen 2000 und 2022.

Nutzer können Fallzahlen, Ansteckungsraten und saisonale Schwankungen filtern. Viele Karten integrieren Layer zu Umweltfaktoren wie Temperatur, Niederschlag oder Bevölkerungsdichte. Diese Kombination hilft, regionale Unterschiede besser zu verstehen.

Die Karten unterstützen Gesundheitsbehörden bei der Priorisierung von Ressourcen. Besonders in Afrika südlich der Sahara, wo laut WHO die meisten Infektionen auftreten, helfen sie, Risikogebiete für gezielte Maßnahmen zu identifizieren.

Datenquellen und Kartierungsmethoden

Die zugrunde liegenden Geodaten stammen aus nationalen MeldesystemenFeldstudienklinischen Datenbanken und Modellierungsprojekten. Die WHO, das MAP-Team und Forschungseinrichtungen weltweit harmonisieren diese Informationen, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Zur Kartierung werden räumlich-statistische Modelle eingesetzt, die Fallzahlen interpolieren und Unsicherheiten berücksichtigen. Machine-Learning-Verfahren ergänzen zunehmend klassische Ansätze, um fehlende Datenpunkte zu schätzen.

Eine typische Datentabelle umfasst:

Datentyp Quelle Aktualisierung Genauigkeit
Falldaten Nationale Gesundheitsbehörden jährlich hoch
Vektordaten (Mücken) Feldforschung, WHO unregelmäßig mittel
Umweltvariablen Satellitenmessungen monatlich hoch

Durch die Kombination dieser Daten entsteht ein konsistentes Bild der globalen Verteilung von Malaria.

Integration von Satellitendaten

Satellitendaten spielen eine zentrale Rolle bei der Verbesserung der Malariageodaten. Sie liefern Informationen zu Vegetation, Wasserflächen und Temperatur – alles Faktoren, die die Aktivität von Anopheles-Mücken beeinflussen.

Organisationen wie die NASA oder ESA stellen offene Umweltdaten bereit, die in Modelle zur Malariavorhersage integriert werden. Diese Daten helfen, Veränderungen im Mückenhabitat frühzeitig zu erkennen.

Lokale Gesundheitsinstitute nutzen solche Fernbeobachtungsdaten, um Frühwarnsysteme zu entwickeln. So lassen sich Ausbrüche besser vorhersagen und Maßnahmen wie Netzausgaben oder Sprühaktionen gezielt planen.

Zuverlässigkeit der verfügbaren Geodaten

Die Genauigkeit der Karten hängt von der Datenqualität und Meldeaktivität der Länder ab. In Regionen mit schwacher Überwachungsinfrastruktur entstehen oft Lücken oder zeitlich verzögerte Datensätze.

Forscher bewerten die Unsicherheit vieler Modelle durch Konfidenzintervalle oder Sensitivitätsanalysen, um Fehlschlüsse zu vermeiden. Dennoch liefern kombinierte Datensätze aus Labor, Feld und Satellit meist ein robustes Gesamtbild.

Transparente Dokumentation der Datenquellen stärkt die Nachvollziehbarkeit. Für Entscheidungsträger bleibt wichtig, regionale Schätzungen kritisch mit lokalen Erhebungen abzugleichen, bevor operative Gesundheitsmaßnahmen abgeleitet werden.

Regionale Hotspots und neue Risikozonen

Malaria bleibt 2025 eine der häufigsten Infektionskrankheiten in tropischen und subtropischen Regionen. Aktuelle Daten zeigen, dass sich die Risikogebiete räumlich verschieben und neue Brennpunkte entstehen, während klimatische und ökologische Faktoren die Mückenpopulationen deutlich beeinflussen.

Zunahme von Malaria in bisher sicheren Regionen

In den letzten Jahren hat sich Malaria in Regionen ausgeweitet, die zuvor als weitgehend sicher galten. Besonders auffällig sind steigende Fallzahlen im südlichen Afrika, etwa in Simbabwe, wo laut Africa CDC 2025 ein deutlicher Anstieg der Verdachtsfälle gemeldet wurde. Auch in Teilen Südostasiens und Lateinamerikas beobachten Gesundheitsbehörden eine Zunahme lokaler Übertragungen.

Höhenlagen und Randzonen tropischer Gebiete zeigen zunehmende Infektionsraten. Durch Veränderungen der Temperatur und Feuchtigkeit können sich Moskitopopulationen hier erstmals dauerhaft etablieren. In Europa bleibt Malaria nicht endemisch, jedoch steigt das Risiko importierter Fälle durch Reisen und Migration.

Die folgende Übersicht verdeutlicht den Wandel:

Region Veränderung 2023–2025 Hauptfaktoren
Südliches Afrika +25 % Fälle Klima, Regenmuster
Südostasien +10 % Fälle Bevölkerungswachstum, Entwaldung
Südamerika (Amazonas) +15 % Fälle Abholzung, steigende Temperaturen

Einfluss von Klimawandel auf Risikogebiete

Klimatische Veränderungen verschieben die Grenzen der Malariagebiete. Wärmere Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster und längere Regenzeiten schaffen günstigere Bedingungen für die Anopheles-Mücke, den Hauptüberträger der Krankheit. Regionen mit bisher kühleren Klimazonen entwickeln sich zunehmend zu temporären Risikozonen.

Untersuchungen bestätigen, dass sowohl die Dauer der Übertragungssaison als auch die Mückendichte zunehmen. Besonders betroffen sind Ostafrika, Teile Südasiens und tropische Inselstaaten. Diese Entwicklungen erschweren langfristige Eliminationsstrategien.

Fachleute weisen darauf hin, dass sich ohne angepasste Präventionsmaßnahmen ein neuer stabiler Malaria-Gürtel bilden könnte. Maßnahmen wie Moskitonetze, Insektizidresistenzen-Überwachung und angepasste Frühwarnsysteme gewinnen daher an Bedeutung.

Grenzüberschreitende Verbreitung

Malaria folgt keinen Landesgrenzen. Wanderungsbewegungen, saisonale Arbeitsmigration und grenzüberschreitender Handel tragen zur Ausbreitung bei. In West- und Zentralafrika zeigen sich Cluster von Fällen entlang wirtschaftlich aktiver Regionen, in denen Personen regelmäßig Länder überqueren.

Internationale Organisationen wie die WHO und Africa CDC koordinieren grenzübergreifende Überwachungsprogramme, um Übertragungsherde frühzeitig zu erkennen. Daten aus dem Malaria Threat Map der WHO helfen dabei, lokale Trends und biologisch bedingte Bedrohungen wie Medikamentenresistenzen zu analysieren.

Länderallianzen, etwa in Südostasien oder am Horn von Afrika, versuchen durch gemeinsame Datenaustauschsysteme, Reaktionen schneller abzustimmen. Dennoch bleibt die Kontrolle komplex, da lokale Gesundheitssysteme in vielen Regionen überlastet sind.

Regionale Besonderheiten 2025

Im Jahr 2025 lassen sich deutliche regionale Unterschiede erkennen. In Sub-Sahara-Afrika konzentriert sich die Mehrzahl der weltweiten Fälle – über 80 % laut RKI-Schätzung – auf einige endemische Länder. In Südamerika verlagern sich Schwerpunkte vom Amazonasgebiet in angrenzende Wald- und Bergregionen, wo neue Brutstätten entstehen.

Asien zeigt ein gemischtes Bild: Fortschritte in Indien und Sri Lanka stehen Zunahmen in Myanmar und Papua-Neuguinea gegenüber. In Ozeanien gefährden geänderte Niederschlagsmuster die bisherigen Erfolge.

Europa und Nordamerika bleiben malariafrei, doch das Aufkommen importierter Fälle durch globalen Reiseverkehr bleibt stabil. Fachstellen betonen, dass präzise Risikokarten und aktuelle Fallmeldungen zentral sind, um regionale Strategien effektiv anzupassen.

Statistische Entwicklung der Malariafälle

Die weltweiten Daten zeigen seit 2020 eine nahezu stagnierende, teilweise wieder ansteigende Zahl an Malariafällen. Unterschiede zwischen den WHO-Regionen bleiben erheblich, wobei Afrika südlich der Sahara die größte Krankheitslast trägt und Kinder unter fünf Jahren weiterhin am stärksten betroffen sind.

Vergleich der Fallzahlen nach Weltregionen

Die WHO schätzt, dass im Jahr 2023 rund 263 Millionen Malariafälle weltweit auftraten. Etwa 95 % dieser Infektionen entfielen auf die afrikanische Region, während Südostasien und das östliche Mittelmeer zusammen weniger als 5 % beitrugen. In Europa und Nordamerika bleibt Malaria seit Jahrzehnten weitgehend eliminiert, mit nur vereinzelten importierten Fällen.

Region Geschätzte Fälle (2023) Anteil an globalen Fällen Hauptübertragungsart
Afrika südlich der Sahara ~250 Mio. 95 % Anopheles gambiae
Südostasien ~8 Mio. 3 % Anopheles stephensi
Östliches Mittelmeer ~3 Mio. 1 % Anopheles culicifacies
Amerika & Westpazifik <2 Mio. <1 % Unterschiedlich

Die stärkste Krankheitslast konzentriert sich somit weiterhin auf tropische Regionen mit begrenztem Zugang zu Gesundheitsdiensten, schwächerer Überwachung und unzureichender Vektorkontrolle.

Jährliche Entwicklung 2020–2025

Nach vorläufigen Daten der WHO ist seit 2020 ein leichter Anstieg der Fallzahlen zu beobachten. 2020 lag die weltweite Zahl bei etwa 252 Millionen, während 2023 etwa 263 Millionen Fälle gemeldet wurden – ein Zuwachs von rund 11 Millionen in drei Jahren. Der Trend deutet auf eine Verlangsamung des Fortschritts bei der Eliminierung hin.

In den Jahren 2021–2022 kam es zu Schwankungen, die unter anderem mit eingeschränkter Gesundheitsversorgung während der COVID‑19-Pandemie zusammenhingen. Todesfälle blieben mit etwa 590 000 bis 600 000 pro Jahr weitgehend konstant. Prognosen für 2025 deuten auf eine mögliche Stabilisierung des Trends hin, falls aktuelle Bekämpfungsprogramme konsequent fortgeführt werden.

Alters- und Bevölkerungsgruppen

Kinder unter fünf Jahren stellen die am meisten gefährdete Gruppe dar und machen laut WHO über 75 % der weltweiten Malaria-Todesfälle aus. Schwangere Frauen bilden ebenfalls eine Hochrisikogruppe, da Malariainfektionen das Risiko von Fehlgeburten und Geburtskomplikationen erhöhen.

Auch Binnenmigranten und Menschen in ländlichen, schlecht erschlossenen Gebieten sind stark betroffen. In einigen Ländern südlich der Sahara zeigen Datenerhebungen, dass Männer häufiger infiziert werden, da sie beruflich öfter im Freien arbeiten. In urbanen Gebieten steigt das Risiko durch Anopheles stephensi, eine Mückenart, die sich an Stadtumgebungen angepasst hat.

Gezielte Präventionsmaßnahmen – etwa behandelte Moskitonetze, Insektizidresistenzen-Überwachung und Impfprogramme bei Kindern – gelten als entscheidend, um insbesondere diese Gruppen zu schützen.

Maßnahmen zur Prävention in Hochrisikogebieten

Gezielte Schutzmaßnahmen gegen Malaria konzentrieren sich auf die Verringerung von Mückenstichen, den Aufbau von Immunität und die konsequente Anwendung präventiver Richtlinien für Reisende und lokale Bevölkerungen. Fortschritte in Impfstoffen und Präventionsprogrammen verändern den Schutzstandard in Regionen mit hoher Übertragungsrate spürbar.

Mückenschutz und Präventionsstrategien

Der wichtigste Ansatz in Hochrisikogebieten bleibt die Minimierung des Kontakts zwischen Mensch und Anopheles-Mücken. Insektizid-behandelte Bettnetze (ITNs) und Innenraum-Sprühungen (IRS) zählen weltweit zu den effektivsten Maßnahmen. Solche Interventionen senken das Infektionsrisiko nachweislich, wenn sie konsequent und großflächig eingesetzt werden.

Zusätzlich helfen repellentienhaltige Hautschutzmittel mit DEET oder Icaridin, insbesondere in der Abend- und Nachtzeit, wenn Anopheles-Mücken am aktivsten sind. Kleidung mit langen Ärmeln, helle Farben und die Vermeidung ungeschützter Außenaufenthalte tragen ergänzend zum Schutz bei.

Immer mehr Länder setzen auf integriertes Vektormanagement (IVM). Dabei kombinieren Gesundheitsbehörden Umweltmaßnahmen wie die Trockenlegung von Brutstätten mit gezielten chemischen und biologischen Methoden. Der wachsende Einfluss des Klimawandels, der die Verbreitung von Mücken nach Norden und in höhere Lagen begünstigt, erfordert eine flexible und regionale Anpassung dieser Strategien.

Aktueller Impfstatus weltweit

Seit 2023 sind zwei zugelassene Malaria-Impfstoffe verfügbar: RTS,S/AS01 und R21/Matrix-M. Der erste wird bereits in mehreren afrikanischen Ländern im Routineimpfplan verwendet. Der zweite Impfstoff gilt als kosteneffizienter und weist laut WHO-Analysen eine vergleichbare Schutzwirkung auf.

Seit der ersten groß angelegten Impfkampagne 2024 in Kamerun wird die Einführung des Impfstoffs in West-, Ost- und Zentralafrika schrittweise ausgeweitet. In Asien und Lateinamerika laufen derzeit klinische Prüfungen, um die Wirksamkeit in unterschiedlichen epidemiologischen Kontexten zu bewerten.

Eine Tabelle verdeutlicht den Stand der Einführung:

Region Impfstoff im Einsatz Abgedeckte Altersgruppe Startjahr
Westafrika RTS,S und R21 Kinder 5–36 Monate 2024
Ostafrika RTS,S Kinder 6–24 Monate 2025
Südostasien (Pilot) R21 (Testphase) Kinder 2–5 Jahre 2025

WHO und nationale Gesundheitsbehörden planen, die Impfungen künftig mit Mückenschutzmaßnahmen zu kombinieren, um eine nachhaltige Reduktion der Infektionsraten zu erreichen.

Reiseschutz und Empfehlungen

Reisende in Endemiegebiete sollten sich vor der Abreise medizinisch beraten lassen. Ärztinnen und Ärzte passen die Malariaprophylaxe an Zielgebiet, Reisedauer und Gesundheitszustand an. Häufig verwendete Wirkstoffe sind Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin und Mefloquin. Die Einnahme muss konsequent vor, während und nach der Reise erfolgen.

Während des Aufenthalts gilt es, stichvermeidende Maßnahmen aktiv umzusetzen: Schlaf unter imprägnierten Netzen, Verwendung von Repellents und klimatisierte Unterkünfte. Individuelle Risikoabschätzungen helfen, unnötige Medikamenteneinnahme in Gebieten mit geringer Gefahr zu vermeiden.

Für berufliche Langzeitaufenthalte, humanitäre Einsätze oder Militärmissionen empfehlen Gesundheitsdienste regelmäßige medizinische Kontrollen und intensive Aufklärung. Informationsportale des RKI, der WHO und der CDC stellen aktuelle Risikokarten und Präventionsempfehlungen bereit, die je nach Land variieren und laufend aktualisiert werden.

Bedeutung globaler Zusammenarbeit im Kampf gegen Malaria

Eine wirksame Bekämpfung von Malaria erfordert koordinierte Maßnahmen über Landesgrenzen hinweg. Nur durch gemeinsame Finanzierung, Forschung und politischen Willen können nachhaltige Fortschritte bei Prävention, Diagnose und Behandlung erzielt werden.

Internationale Initiativen 2025

Im Jahr 2025 stehen mehrere internationale Programme im Mittelpunkt der Malariabekämpfung. Der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria bleibt das wichtigste Finanzierungsinstrument und erhielt eine Aufstockung der Beiträge, darunter auch eine Erhöhung des deutschen Kernbeitrags auf 1,3 Milliarden Euro für die Jahre 2023–2025. Diese Mittel fördern den Zugang zu Moskitonetzen, Medikamenten und Tests in mehr als 100 Ländern.

Zudem intensivieren Partnerschaften wie das Innovative Vector Control Consortium (IVCC) ihre Forschung zu neuen Insektiziden und langlebigen Sprühtechnologien. Entwicklungsländer profitieren von Projekten, die die Resistenzen gegen Medikamente und Insektizide gezielt bekämpfen. Eine zentrale Rolle spielt der Austausch von Daten und Erfolgsmodellen zwischen nationalen Gesundheitsbehörden.

Auch der Fokus auf Klimaanpassung wächst, da steigende Temperaturen Verbreitungsgebiete verändern. Internationale Forschungsnetzwerke bewerten, in welchen Regionen erhöhte Risiken durch diese Verschiebungen entstehen, um frühzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Rolle der WHO und anderer Organisationen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt die globale Strategie zur Malariakontrolle an. Sie koordiniert die Umsetzung des Aktionsplans 2016–2030, der eine Reduktion der Malariafälle und Todesfälle um 90 % anstrebt. Dazu definiert sie Standards für Diagnostik, Behandlung und Impfprogramme und überwacht die Fortschritte in mehr als 80 betroffenen Ländern.

Neben der WHO tragen Organisationen wie UNICEFRoll Back Malaria Partnership und regionale Gesundheitsnetzwerke wesentlich zur Umsetzung vor Ort bei. Sie unterstützen Länder mit technischer Beratung, Schulungen und Logistik, damit Medikamente und Tests auch entlegene Regionen erreichen.

Transparente Datenerfassung bleibt essenziell. Einheitliche Berichtssysteme ermöglichen eine rasche Reaktion auf Ausbrüche und schaffen die Grundlage für gezielte Investitionen in Hochrisikogebiete. Die enge Kooperation dieser Akteure verhindert Doppelarbeit und stärkt die globale Gesundheitsresilienz.

Zukünftige Entwicklungen bei globalen Malariagebieten

Klimamodelle und epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass sich Malaria bis 2035 regional unterschiedlich entwickeln wird. Steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster beeinflussen die Lebensräume der Anopheles-Mücken, die den Erreger übertragen. Dabei könnten sich einige Hochlandregionen in Afrika und Südostasien neu für die Übertragung öffnen, während andere Gebiete an Risiko verlieren.

Forscher des Robert Koch-Instituts und internationale Kartierungsprojekte zeigen, dass Afrika südlich der Sahara weiterhin den größten Anteil an Malariafällen tragen wird. In einzelnen Ländern, etwa in Simbabwe, hat sich laut Daten von 2025 die Belastung in bestimmten Provinzen deutlich verschoben. Dies spiegelt regionale Unterschiede im Einsatz von Insektizidnetzen und Gesundheitsprogrammen wider.

Tabelle 1: Erwartete Risikotrends nach Region (Prognose bis 2035)

Region Trend Hauptfaktoren
Subsahara-Afrika Stabil oder leicht steigend Klimatische Bedingungen, ITN-Bedeckung
Südostasien Leicht sinkend Urbanisierung, bessere Gesundheitsversorgung
Südamerika Regional schwankend Entwaldung, Mückenkontrolle
Südasien Gleichbleibend Temperaturanstieg, ländliche Übertragung

Forschungsergebnisse legen nahe, dass gezielte Prävention entscheidend bleibt. Der Einsatz von Impfstoffen, verbesserte Überwachungsnetzwerke und digitale Kartenplattformen unterstützen Regierungen dabei, neue Ausbreitungsgebiete früh zu erkennen und kontrollierte Interventionen zu planen.